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Glasing, ein Dorf wie jedes andere !?

Wie auch in vielen anderen Gemeinden unserer Gegend war es in Glasing Brauch, bei einer Hochzeit, sei es von einem Mädchen oder einem Burschen, "vorzuspannen" oder "Schnur zu ziehen". Jahrelang praktizierte dies die Jugend von Glasing. Dadurch kamen oft ansehnliche Geldbeträge zusammen. Trotzdem gelang es uns, der Glasinger Jugend, jeden Betrag in der folgenden Nacht "durchzubringen". Oft wurde es fast schon zur Plage, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Mit zunehmender Reife (oder besser ausgedrückt - mit zunehmendem Alter) wollten viele (vor allem die Mädchen) diesen Reigen nicht länger mittanzen. Dadurch stellten wir uns aber dann die Frage : und was machen wir jetzt??? Eines war uns allen klar : Es mußte etwas unternommen werden (es muiss wos gschegn) Da sowohl die Mädchen (was nicht weiter überraschte) als auch die Burschen gerne tanzten, wurde relativ rasch eine Entscheidung getroffen: Wir gründen eine Volkstanzgruppe!!

Noch Ende des Jahres 1977 wurde mit HS-Lehrer Ewald Steiner Kontakt aufgenommen. Dieser erklärte sich sofort bereit, mit uns zu proben und uns einige Tänze beizubringen. Am 6. Jänner 1978 fand im Gasthaus Tukovics die erste Probe statt. Anfangs wurde jeden Samstag und Sonntag geprobt. Ein guter Ruf eilte uns bald voraus - anders ist es nicht zu erklären dass wir schon im Fasching dieses Jahres beim Sportlerball in Strem und in Langzeil im Gasthaus Szammer einen Auftritt hatten. Die Burschen tanzten damals mit einer schwarzen Hose und einem weißem Hemd - die Mädchen trugen bunt zusammengewürfelte Dirndln. Noch im Sommer dieses Jahres fuhren zwei Mitglieder der Gruppe nach New York. Bei den vielen Verwandten in New York wurde fleißig für die Tanzgruppe geworben und natürlich auch gesammelt. Das Ziel war natürlich eine Tracht. Da uns noch die Erfahrung fehlte ging dabei einiges schief. Die Burchen trugen Stiefeln, eine schwarze Stoff(stiefel)hose, ein weißes Hemd und (echt ungarisch) ein schönes rotes Gilet. Die Mädchen waren natürlich viel schöner gekleidet - sie hatten auch eine fachmännische Beratung. Mit dieser Tracht "kämpften" wir uns bis 1981 durch. Dann aber schlug für die Tanzgruppe die große Stunde. Das Burgenländische Heimatwerk - sprich Trachten Tack in Eisenstadt - entwarf nach unsren Vorschlägen die Original Glasinger Tracht.

In der Folge stieg unser Bekannheitsgrad und die Tracht musste auch auf höchster politischer Ebene vorgeführt werden. Einem Termin beim LH Theodor Kery folgte auch ein Termin bei LHStv. Franz Sauerzopf. Dort trafen wir zufällig, oder auch nicht, mit einer italienischen Delegation zusammen. Sie wollten eine bgld. Volkstanzgruppe nach Giffoni einladen. Gefragt - zugesagt. Neue Weiten ergaben sich für unsere Gruppe. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Wir waren tatsächlich die österreichische Vertretung bei diesem Festival. Im Sommer 1982 ging es also nach Italien. Damit war unsere Reiselust geweckt. Noch im gleichen Jahr nahmen wir Kontakt mit einer Gruppe in Dänemark (Randers) auf. Im Jahre 1985 veranstalteten wir in Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsverein Güssing ein internationales Volkstanztreffen. Gruppen aus Polen, Schweden, Holland, Ungarn, Jugoslawien und Österreich kamen zu diesem Treffen. Es wurde ein voller Erfolg. Im Jahre 1986 besuchte uns eine Gruppe aus Israel (Lod) und im nächsten Jahr kam es zu einem Gegenbesuch in Israel. Im zehnten Jahr unseres Bestehens machten wir eine Reise nach Polen (Lublin) und als "Draufgabe" eine zweiwöchige Reise in die USA . Neben Auftritten in Philadelphia, Allentown und New-York tanzten wir auch in Kanada (Toronto). Dieses Reise war für alle ein tolles Erlebnis. Da wir für die Auftritte auch eine Musikgruppe benötigten fanden sich in kurzer Zeit verwegene Burschen zu einer Spielmusikgruppe zusammen. Heute sind sie unter dem Namen Jägermeister (Nomen est omen) bekannt und geschätzt.

So nebenbei begannen wir mit der Renovierung der alten Volksschule in Glasing. Wir benötigten ja nicht nur ein Probelokal sondern auch ein Heim für unsere Zusammenkünfte. Außerdem bot sich das Gebäude auch als Quartier für ausländische Gruppen an. 1990 fand das zweite internationale Volkstanztreffen in Güssing statt. 1991 wurde das Kulturhaus in Glasing fertiggestellt und feierlich eingeweiht. Nun fanden die jährlichen Feste in Glasing statt. 1993 feierten wir das 15 Jahr Bestandsjubiläum gemeinsam mit der Stadt Güssing, welche 20 Jahre Stadterhebung feierte. 1995 ging es ab nach Griechenland - Gastouni - und im August besuchten uns unsere Freunde aus Griechenland. Auch mit unseren ungarischen Nachbargruppen gab - und gibt es - einen regen Austausch. Ein weiterer Höhepunkt in unserem Vereinsleben war das 20 jährige Bestandsjubiläum 1998. Es war ein richtiges Volkstanzfest mit Gruppen aus dem In- und Ausland. Es folgten weitere Reisen nach Tschechien (Hopfenfest - was für ein Fest!) und nach Griechenland (Kalamata) 1999. Gerne denken wir an diese Auslandsaufenthalte zurück.

Im Jahr 2000 folgte eine gemeinsame Reise mit der Stadtkapelle Güssing nach Belgien (Niljen). Weiters bekamen wir Besuch von einer Gastgruppe aus Schweden (Mala). Die Volkstanzgruppe Glasing betätigte sich auch am kulturellen Leben in Güssing und der Umgebung. Viele Veranstaltungen wie Erntedankfeste, Weintaufen, Pfarrfeste, Benefizveranstaltungen, Faschingsumzüge, Ausstellungen usw. wurden durch Auftritte unserer Gruppe bereichert. In unserem Programm haben wir ca. 140 Tänze aus dem In- und Ausland. Etliche Mitglieder besuchten und besuchen immer wieder Tanzseminare. Viele Tänze werden auch aus Beschreibungen und Videokasetten gelernt. Unsere gemeinsamen Aktivitäten beschränken sich aber nicht nur auf Tanzproben, Auftritte und Auslandsreisen; wir haben auch außerhalb des Tanzgeschehens regen Kontakt miteinander. Da viele von uns aus beruflichen Gründen nicht mehr im Burgenland wohnen, und nur noch an Wochenenden nach Glasing kommen können, bietet die Tanzgruppe eine gute Möglichkeit, den Kontakt zu den FreundInnen im Burgenland aufrechtzuerhalten.

Ohne Unterstützung der gesamten Glasinger Bevölkerung, ohne die vielen Besuche der Bevölkerung der Stadt Güssing bei unseren Festlichkeiten und ohne Unterstützung der Stadtverwaltung wäre dies alles vielleicht nicht möglich gewesen und wir wären (ich komme auf den Beginn der Gründung zurück ...) dann womöglich alle im Alkohol ertrunken !!!???!!!

(Diese Zusammenfassung wurde von Mag. Szakasits Karin und Dir. Otmar Tretter erstellt)

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